Ich bin ganz bezaubert von dieser kleinen Eule, die aus grobem Marmor und Granit entstanden ist.
Eigentlich wollte ich nur eine neue Technik ausprobieren und war keineswegs sicher, ob daraus überhaupt etwas Vorzeigbares werden würde.
Bei dieser Methode werden die Tesserae zunächst auf einer Vorlage ausgelegt. Anschließend trägt man auf eine zweite, identische Vorlage, die mit einer Kunststofffolie abgedeckt ist, eine dicke Schicht Fliesenkleber auf. Dadurch verbindet sich der Kleber nicht mit dem Untergrund, und das fertige Mosaik lässt sich nach dem Trocknen als zusammenhängendes Teilstück abnehmen und auf einen dauerhaften Träger übertragen.
Da ich die Tesserae bewusst verkantet setzen wollte, um die Weichheit und das Wuschelige eines Federkleids anzudeuten, erwies sich diese Technik als ideal.
Der Kopf der Eule entstand überraschend schnell. Dann schweifte mein Blick zu meinem Holzvorrat.
Die Rinde eines Olivenbaums aus Ayvalık schien wie geschaffen dafür, die Struktur des Gefieders aufzunehmen. Dazu kam eine Schindel aus Zedernholz, wie sie in den USA traditionell zur Verkleidung von Hausfassaden verwendet wird. Sie bildete den perfekten Hintergrund für die kleine Eule.
Als Träger wählte ich ein Bambustablett, das ich mit einer Quarzgrundierung versah. Der grüne, mineralische Anstrich gefiel mir auf Anhieb, und so fügte sich nach und nach alles zusammen. Nun sitzt die Eule auf ihrer Zedernholzschindel, eingerahmt von einem Bambustablett, das zugleich Bildträger und Rahmen ist.
Die Idee, ein Tablett als Rahmen zu verwenden, kam mir bereits während meiner Zeit in China. So entsteht ganz selbstverständlich ein gerahmtes Mosaik, und Bambus verträgt die Feuchtigkeit von Fliesenkleber und Fugenmasse ausgezeichnet.
Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Bisher hatte ich mich eher gegen Mosaike als frei bewegliche Bilder gesträubt. Das Herstellen der kleinen Eule hat mir jedoch Spass gemacht.




